Die Entwicklung der Schule in Neudenau seit 1961

1961

Das neue Schulhaus im Gewann „Untere Ebene“ wurde seiner Bestimmung übergeben.

 

1966

Einführung des 9. Schuljahres an Hauptschulen.

Herbolzheimer Hauptschüler wechseln an die Schule in Neudenau.

 

1967

Stärkere Betonung der naturwissenschaftlichen Fächer.

 

1968

Frau Hermine Ederle übernimmt von Herrn Herrmann Bernhard die Schulleitung.

Einführung der Fremdsprache Englisch an der Hauptschule.

 

1970

Einführung des Faches Technik und Umgestaltung des Hauswirtschaftsbereichs an der Hauptschule.

 

1971

Die moderne Mathematik hält Einzug in die Grundschulen.

 

1983

Neue Bildungspläne und die Einführung der Hauptschulabschlussprüfung verändern die Arbeit an den Schulen.

 

1984

Frau Hermine Ederle geht in den Ruhestand und übergibt die Schulleitung an Herr Helmut Gehrig.

 

1985

Durch die Einführung der Informationstechnischen Grundbildung (ITG) hält der Computer Einzug in die Schulen.

Profilierung der Hauptschule durch den neuen Fachbereich Arbeit –Wirtschaft-Technik, den Berufswahlunterricht „Orientierung in Berufsfeldern (OiB) und die „Erweiterten Bildungsangebote“ (EBA).

 

1990

Die Hauptschüler aus Siglingen wechseln nun jahrgangsweise an die Schule in Neudenau.

 

1994

Fortschreibung der Lehrpläne mit zahlreichen Reformen im inneren Schulbetrieb.

 

1996

Erster Spatenstich und Baubeginn des Erweiterungsbaues der Neudenauer Schule.

 

1997

Beendigung der Schülerbeförderung nach Herbolzheim durch die Firma Waldenberger.

Einweihung des Erweiterungsbaues und Inbetriebnahme der neuen Fachräume und des Verwaltungsbereichs.

Die Grund- und Hauptschule Neudenau erhält den Namen „Kurmainz-Schule“

 

1999

Verabschiedung von Herrn Rektor Helmut Gehrig in den Ruhestand und Übernahme der Schulleitung durch Herrn Konrektor Karl-Heinz Weeber

 

2001

Generalsanierung des alten Hauptgebäudes der Kurmainz-Schule.

Erstellung einer Trockenmauer durch Hauptschüler der Kurmainz-Schule imNeubaugebiet Lottermann.

 

2004

Einführung neuer Bildungspläne mit zahlreichen innerschulischen Neuerungen.

(Bildungsstandarts, Schul- und Kerncurriculum, Fächerverbünde)

 

2006

Mit der Einweihung der Sturmfeder-Halle hat man für den Schulsport jetzt optimale Bedingungen.

 

2007/08

Umfangreiche schulinterne Lehrerfortbildung zur Pädagogischen Schulentwicklung nach Prof. Heinz Klippert.

 

2010

Einführung des jahrgangsgemischten Unterrichts in den Klassen 1/2.

Bildung einer Kombinationsklasse 5/6 infolge zurückgehender Schülerzahlen in der Hauptschule.

 

2011

Weitere Klassenzusammenlegungen im Hauptschulbereich (5/6 und 7/8).

 

2012

Wegen zu geringer Schülerzahlen kann keine 5. Klasse mehr gebildet werden. Die Hauptschule besteht nur noch aus den zwei Kombinationsklassen 6/7 und 8/9.

 

2013

Die Hauptschule besteht nur noch aus einer 9. Klasse. Mit der Entlassung dieser Schüler am Ende des Schuljahres endet die Ära der Neudenauer Hauptschule.

 

2014

Einführung des Ganztagsschulbetriebs in offener Form an der Kurmainz-Schule (Grundschule).

 

2015

Die Kurmainz-Schule wird fremdevaluiert und bekommt ein hervorragendes Zeugnis ausgestellt.

 

2016

Einführung neuer Bildungspläne mit der Auflösung des Fächerverbundes MNK und der Aufstockung der Stundentafel (4 Stunden).

Zur Namensgebung der Kurmainz-Schule

Neudenau ist eine Stadt, die im Laufe der Geschichte Höhen und Tiefen erlebte und dies mit ihrer bemerkenswerten historischen Bausubstanz heute noch jedem Besucher zeigt.

 

Im siedlungsgünstigen Jagsttal gelegen, ist sie mit Sicherheit sehr alt. Aus einer alemannischen Talsiedlung (Busingen), später von Franken bewohnt, war sie dem Benediktinerkloster Amorbach im hinteren Odenwald zu eigen, das sich hier u.a. auch dadurch verewigte, dass es in Deitingen, der abgegangenen Nachbarsiedlung, die Verehrung des Quell- und Pferdepatrons St. Gangolf einführte.

 

Erst als Ende des 12. Jahrhunderts die Herren von Dürn (Walldürn) als Schutzvögte des Klosters zur Herrschaft kamen und hoch über der Jagst eine Burg erbauten, ist der Ort in den Schutz dieser Burg verlegt und mit Mauern und Türmen befestigt worden: vor 1263 außerdem zur Stadt erhoben. Nach Aussterben der Dürner um 1325 wechselten in rascher Folge die späteren Besitzer.

 

1364 fiel die Stadt an das Kurfürstentum Mainz und blieb bis zur Säkularisation 1803 geistliches Territorium und Mittelpunkt des kleinen mainzischen Amtes Neudenau. Aus dem Stadtrecht waren Marktrechte erwachsen, die das Handwerkertum begünstigten und aus Neudenau eine Ackerbürgerstadt werden ließen, in der Gewerbe und Handel blühten, aber auch die Landwirtschaft betrieben wurde, vor allem der Weinbau.

 

Seuchen- und Kriegszeiten brachten Rückschläge. Im Bauernkrieg, dem sich 1525 Neudenau angeschlossen hatte, zerschlug sich die Hoffnung auf Befreiung von herrschaftlicher Abhängigkeit, und später brachte der Dreißigjährige Krieg Zerstörung und Entvölkerung.

 

Seit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts aber ging es wieder aufwärts: Das bürgerliche Gemeinschaftsleben fand in geordnete Bahnen zurück, Wohlstand wurde erwirtschaftet, wobei der Weinbau ein wichtiger Faktor war, und von einer neuen Blütezeit begannen prächtige Fachwerkhäuser zu zeugen, wie sie vor allem rund um den Marktplatz erstellt wurden. Auch das Zunftleben blühte in jener Zeit auf und äußerte sich in besonderer Brauchfreude, wie sie für das relativ ungestörte gesellschaftliche Leben der Zeit bis 1800 typisch war und ihre Nachwirkungen zum Teil bis heute hat.

 

1803 fiel Neudenau nach dem Ende von Kurmainz zunächst an die Grafen von Leiningen-Heidesheim, schon 1806 aber samt Umgebung zum Großherzogtum Baden. Dies bedeutete das Ende der Amtsstadt Neudenau.

 

Als noch folgenschwerer aber hat zu gelten, dass die Stadt nun, ihrer Bedeutung als südliche Bastion eines bedeutenden Territorialstaates beraubt, bedeutungslos an den Rand des neuen Herzogtums gerückt war und entsprechend wenig Beachtung und Förderung fand. In dieser Situation verblieb Neudenau mit wenigen Ausnahmen bis heute.

 

Wie für das Gemeinwesen gilt in gleicher Weise die Entwicklung für das Bildungswesen. In den Anfängen wurden die Schulen bekanntlich als Pfarrschulen von der Kirche eingerichtet, und da das kurmainzische Amt Neudenau kirchlich zum Bistum Würzburg gehörte, unterstand die Schule dem Bischof von Würzburg. Aber bereits unmittelbar nach Ende des Dreißigjährigen Krieges kümmerte sich auch der Landesherr um das Schulwesen, bei dem sich Mitte des 18. Jahrhunderts das Kurfürstentum Mainz mit jedem anderen Staat messen konnte und viele derselben weit übertraf. Nicht ohne Grund führt die Stadt Neudenau in ihrem Stadtsiegel von 1364 bis heute das Mainzer Rad.

 

Mit dem Namen "KURMAINZ-SCHULE NEUDENAU" soll an den äußerst positiven Einfluss des Kurfürstentums Mainz auf die Entwicklung unseres Gemeinwesens und damit auch unserer Schulverhältnisse in einem Zeitraum von 439 Jahren erinnert werden. Während das Königreich Württemberg und das Großherzogtum Baden im Landesnamen ihre Fortführung finden, droht der Name des einst so bedeutenden Kurfürstentums (der Mainzer Kurfürst war seit dem hohen Mittelalter Erzkanzler des Reiches, also Stellvertreter des Kaisers), dem Neudenau seine Entfaltung, Blüte und Bedeutung zu verdanken hat, in Vergessenheit zu geraten.

 

Kurmainz-Schule Neudenau

Grundschule

Schulstr. 9

74861 Neudenau

 

Telefon: 06264 - 92 290

Telefax:  06264 - 92 29 29

 

E-mail: 

kms-neudenau@t-online.de